Interview: Anna Stolyarova, Museumsdirektorin des Street Art Museums Amsterdam

Street Art für zukünftige Generationen bewahren

WIE KAM ES ZUR GRÜNDUNG IHRER STIFTUNG?

Mit der Popularität des Streetart-Künstlers Banksy haben die Menschen begonnen, Straßenkunst ernst zu nehmen. Heute stellt man sie sogar in Museen aus. Kürzlich ist ein Film mit dem Titel „Saving Banksy“ herausgekommen, der mit einer neuen Perspektive auf Kunst im öffentlichen Raum, der Streetart, blickt. Uns hat dieser Film sehr begeistert, und was wir in unserer Stiftung tun ist, alle Arten von Produktionen, die einen Bezug zur Streetart haben, zu sammeln.

Ursprünglich hatten wir gar nicht beabsichtigt, Streetart zu bewahren oder gar eine Sammlung daraus zu machen. Wir haben einfach eine Gruppe mit kreativen Menschen und Hausbesitzern gebildet, um Streetart im öffentlichen Raum zu schaffen. Zwei oder drei Jahre haben wir das gemacht, und die Kommune hat unsere Produktionen in der Nachbarschaft geschätzt, weil wir hart daran gearbeitet haben, etwas wirklich Fesselndes und Interessantes zu machen. Wir wurden angefragt, ob wir noch mehr malen und das Projekt ausweiten könnten.

Immobilienbesitzer haben uns um Ideen für ihre Wände gebeten, die etwas mehr Farbe vertragen könnten. Und die Menschen lieben es. Es geht um Unterhaltung, denn das ist es, worum es bei Streetart eigentlich geht, nicht darum, eine Sammlung zu schaffen. Aber das hat sich verändert.

Die Wände, die uns erlaubt wurden zu bemalen, wurden im Zuge unserer wachsenden Popularität immer größer, und die Arbeiten wurden im Gegensatz zur meisten Streetart immer weniger vergänglich sondern dauerhafter. Tatsächlich versuchen die Menschen alles Mögliche, um sie zu bewahren. Statt bemalte Wände abzureißen, sorgt die Kunst für eine Wertsteigerung.

Wir haben begonnen, uns Fragen zu stellen: Was sollen wir mit dieser Kunst bezwecken? Wie können wir sie erhalten? Ist an einem bestimmten Punkt eine Restaurierung erforderlich? Soll sie für immer an dieser Wand sein? Wenn man beginnt, sich solche Fragen zu stellen, spricht man faktisch über das Management einer Sammlung.

Im Dezember 2015 waren wir eingeladen, an der Reinwardt Academy (Akademie für Museumskunde) in Amsterdam über Streetart und ihre Erhaltung zu sprechen. Nach dem Vortrag trat eine Studentin an uns heran, die später als Praktikantin bei uns begann. In ihrem Praktikum begann sie unsere Sammlung zu registrieren. Plötzlich wurden wir zu einer seriösen kulturellen Institution, die sich mit den Bestimmungen des Internationalen Museumsrates (ICOM), den Bewertungsrichtlinien der Regierung etc. beschäftigen muss. Zwei weitere Praktikanten kamen zu uns und halfen uns mit der Sammlungsplanung und dem Marketing.

WARUM HABEN SIE SICH ENTSCHLOSSEN, SICH NACH EINEM SAMMLUNGSMANAGEMENT-SYSTEM UMZUSCHAUEN?

Wir streben an, ein offizielles Museum für Streetart zu werden. Für eine formelle Registrierung muss man jedoch einen ANBI-Status (Gesellschaft zum allgemeinen Nutzen) und die richtige museumskundliche Ausstattung für das Sammlungsmanagement, wie zum Beispiel eine Sammlungsdatenbank, haben.

Außerdem wollen wir unsere Sammlung öffentlich zugänglich machen: zum einen über das Internet, zum anderem in einem Museum. Unser hauptsächliches Ziel ist, die Sammlung online verfügbar zu machen.

WARUM HABEN SIE SICH BEIM SAMMLUNGSMANAGEMENT-SYSTEM FÜR ADLIB ENTSCHIEDEN?

Wir haben verschiedene Empfehlungen, auch von anderen Museen, bekommen. Studenten an der Reinwardt-Akademie haben einen Umsetzungsplan entwickelt und uns Adlib als das für uns am besten geeignete System empfohlen. Wir hatten bereits eine am Google Cultural Institute registrierte Sammlung und wollten wissen, was die Unterschiede zwischen dieser Online-Plattform und Adlib sind, da das Google Cultural Institute eine sehr umfassende Lösung darstellt. Wenn es aber speziell um Sammlungsmanagement ging, waren sich alle einig, dass wir Adlib wählen sollten. Das war bereits vor unserem Kontakt mit Axiell.

Dann habe ich mich an Axiell gewandt, um mich über die verschiedenen verfügbaren Lösungen zu informieren. Die Adlib-Museumssoftware eignet sich sehr gut für unsere Bedürfnisse, und die Adlib Museum Basislizenz ist perfekt für ein kleines Institut wie das unsere. Als die Axiell Collections-Lösung dann auch für Adlib verfügbar gemacht wurde, stellte sich für uns die Frage, ob wir eine einmalige Lizenz kaufen oder uns für die Cloud-Lösung entscheiden sollten.

AXIELL HAT IHNEN EMPFOHLEN SICH FÜR AXIELL COLLECTIONS ZU ENTSCHEIDEN. WAS HAT SIE ÜBERZEUGT, SICH FÜR AXIELL COLLECTIONS ALS CLOUD-LÖSUNG STATT FÜR EIN LOKAL INSTALLIERTES SYSTEM ZU ENTSCHEIDEN?

Wir sind ein kleines gemeinnütziges Museum und können es uns nicht leisten, einen eigenen IT-Support wie ein großes Museum zu halten. Wir haben lediglich einen in Vollzeit angestellten Mitarbeiter und ein paar wenige Praktikanten, und sollte es irgendeinen Vorfall in unserem System oder unserer Ausrüstung geben, wird alles sicher in der Cloud gespeichert und es kann auf sämtliche Daten von jedem anderen PC aus zugegriffen werden.

Es ist ein riesiger Vorteil, dass wir diesen Fernzugriff haben. So sind wir nicht abhängig von einer Hardware, die ihren Standort im Museum hat. Und ich kann anderen, wie zum Beispiel ehrenamtlichen Mitarbeitern oder Studenten der Reinwardt-Akademie, einen Zugang einrichten, sodass sie uns bei anstehenden Sammlungsmanagement-Aufgaben behilflich sein können. Unsere Praktikantin hatte kürzlich einen Unfall und konnte nur von zu Hause aus arbeiten. Mit der Axiell Collections-Lösung kann sie auch weiter ihren Aufgaben dank des Online-Services nachgehen.

Axiell Collections ist eine sehr flexible Lösung und verwandelt einen starren Prozess wie die Eingabe von Daten in eine flexible Arbeit, die von jedem beliebigen PC aus erledigt werden kann, wenn man die Anmeldedaten hat.

Unser Museum hat keine professionellen Angestellten. Wir arbeiten mit Studenten und ehrenamtlichen Hilfskräften, die sich regelmäßig abwechseln. Axiell Collections ermöglicht einen solchen flexiblen Zugang zum System, was für uns die Verwaltung der Sammlung ungemein erleichtert.

Anfangs wurde ein Demo-Zugang eingerichtet, mit dem ich besser verstehen konnte, wie Axiell Collections aufgebaut ist und arbeitet. Die Bearbeitung ist sehr spielerisch und das System ist überhaupt nicht schwer zu lernen. Ich dachte, zu Beginn würde es sehr schwer werden sich einzuarbeiten, aber es ist absolut das Gegenteil.

WIE DENKEN SIE ALS START-UP, DASS AXIELL COLLECTIONS IHNEN DIE ZUKUNFT ALS STREETART-MUSEUM AMSTERDAM SICHERN KANN?

Axiell Collections ist schnell und flexibel. Mir gefällt die Möglichkeit, dass man problemlos die Zahl der Anwender ausweiten kann. Außerdem wollen wir verschiedene Arten von Dateien registrieren. Wir möchten die erweiterte Realität erfassen, die durch unsere Kunstwerke entsteht. Andere neue Technologien wie Animationen von den künstlerischen Werken werden in Axiell Collections gespeichert. Es kommt vor, dass Streetart zerstört wird. Mit der erweiterten Realität können wir Menschen immer noch zeigen, wie die Kunst dargestellt wurde. Mit gespeicherten Fotografien können wir die Wandbilder wiederherstellen. Sämtliche wichtigen Informationen und Mediendateien über die Kunstwerke werden zentral gespeichert, was die Verwaltung und den Zugriff sehr erleichtert.

Wie erwähnt wollen wir unsere Kollektion zukünftig online präsentieren. Axiells Lösungen haben den Vorteil, dass sie sich problemlos mit verschiedenen Modulen erweitern lassen. Sind erst einmal alle Daten in Axiell Collections erfasst, können wir nach der für uns richtigen Lösung suchen, um der Welt die wundervollen Werke der Streetart, die wir in Amsterdam haben, zu zeigen und uns mit der Öffentlichkeit austauschen.

HABEN SIE TIPPS FÜR ANDERE KLEINERE KULTUREINRICHTUNGEN, DIE IHNEN BEIM SAMMLUNGSMANAGEMENT HELFEN KÖNNTEN?

Zuallererst würde ich empfehlen, andere Leute um Hilfe und Ratschläge zu bitten, denn das Know-how und die Erfahrungen anderer können von großem Wert sein. Mir hat es geholfen, Informationen über die neuesten Trends im Bereich Sammlungsmanagement zu sammeln. Axiell hat mir außerdem erklärt, welche Möglichkeiten es gibt, und was im Hinblick auf unsere Standards und Ziele erreichbar und angemessen ist.

Für weitere Informationen zum Streetart-Museum in Amsterdam besuchen Sie bitte ihre Website.

By |2017-05-10T10:33:19+00:009 Februar 2017|Interview|